Mitschrift Young Leaders Treffen der Lausanner Bewegung am 20.03.2009

Ist schon etwas her… Nichtsdestotrotz hier die Mitschrift des Young Leaders Treffen in Wabern (bei Kassel).
Wer etwas über die Lausanner Bewegung wissen will, sollte hier gucken. Die Gedanken sind manchmal wild mit geschrieben. Manche Dinge sind nicht notiert. Bitte verzeiht. Ich hoffe du kannst der Mitschrift trotzdem etwas abverlangen.

1. Abend – Geschichte der Lausanner Bewegung. Start 1974

  • In Lausanne: Ein Schwerpunkt lag darauf, dass Christen soziale und politische Verantwortung beachten müssen. Das brachten besonders die Teilnehmer aus „3. Welt“ Länder ein. Westliche Länder konnten dem eher nichts abgewinnen. Die ärmeren Länder brachten ein über die bisherige Sicht einzig auf Evangelisation zur Buße aufzurufen.

  • 1989 in Manila: In einer Abendveranstaltung gab es charismatische Verzückung. Deutsche haben sich zusammenberufen und sich darüber beraten, wie sie damit umgehen müssten. Es gab ein deutsches Nachtreffen. „Wir müssen evangelisieren“ und Pro Christ ist entstanden. Manilla setzte eigentlich andere Schwerpunkte. Die wurden nicht unbedingt transportiert.

  • Böser Witz: „Wenn du willst das die Charismatiker ruhiger sind, musst du einfach nur die Ventilatoren auslassen.“

  • Gemeinde ist Subjekt der Evangelisation

  • Erst Gerechtigkeit, dann Versöhnung.

  • Pattaya 2004: Wiedergeburt von Lausann. Verbreitung. Hier waren viele verschiedene Richtungen vertreten.

Hauptsprecher: Pete Greig (Leiter des 24/7 Prayer Netzwerkes)

  • Jesus hat 3 Jahre um die Welt zu retten und er findet Zeit für Partys, Fischen usw. Wie war sein Lebensrhythmus? Auf was legte er wert?

  • Behalte das große Ziel des Lebens im Auge. Gerade junge Leiter denken oft in kurzen Zeitspannen. Wenn sie Dinge angehen denken sie meist kurzfristig. Alá „Ich will ein Kind bekommen“, aber dann nach einem Jahr merken, dass das eine Sache fürs ganze Leben ist.

  • Jesus hatte einen Rhythmus in seiner Wirkungszeit. Mit Gott, mit seinem Auftrag, mit seinem Umfeld, mit Gebet. Wie kann dein Rhythmus aussehen?

  • Christsein war nie dazu gedacht, leicht und nett zu sein. Die Berufung Jesus nachzufolgen teilt auch seinen Leidensweg.

  • In vielen Gemeinden ist es so: Vision + Auftrag = Freundschaft → Auftragsorientiert. Vision und Auftrag als Basis, aus der Freundschaften entstehen (oder man denkt das es so sein müsste, und merkt, wenn das mit dem Auftrag nicht klappt, daß es keine wirklichen Freundschaften waren)
    • 24/7 Prayer will das anders machen. Freundschaft + Vision = Aufgabe. Freunde träumen zusammen und es folgen daraus Dinge, die sie tun wollen. Wenn Freundschaft die Basis ist funktioniert der Zusammenhalt auch, wenn es Probleme mit dem Auftrag gibt und man Wüstenzeiten überstehen muss. Oft wird das bei 24/7 über Lebensgemeinschaften initiiert, die in Städte oder aufs Land ziehen, gucken, beten und schauen. Im Gucken und Gebet entwickelt sich dann der Auftrag. } Freunde sein, dabei eine Vision entdecken und leben. Experimentieren, Fehler sind normal, man macht Schritte auf dem Weg zum Ziel.

    • Lausanner Vision: Das ganze Evangelium, durch die ganze Kirche in die ganze Welt zu bringen.

    • Es muss Kultur relevant, aber auch Kultur unangenehm sein. Man kann sich in einer Kneipe treffen, also da, wo die Menschen sind. Aber das heißt nicht, dass wir dort missional leben. Sind wir in der Welt und sind wir Salz?

    • Du kannst nicht Kirche verändern, wenn du sie nicht liebst. Wenn wir aus Verletzungen etwas Neues bauen, werden wir etwas mit Verletzungen reproduzieren.

    • Kirche fängt einfach an, aber es entwickelt sich zu etwas Komplexen. Es ist einfach radikal zu sein in einer neu entstehendem Kirche, aber schwierig in einer älteren.

    • Lausann will eine ganzheitliche Bewegung sein, dass heißt Wunder betonen (charismatisch), Werke tun (liberal) und auch über Wortverkündigung (evangelikal) inspirieren.

    • Manchmal sind wir unsicher weil wir noch keinen „Frieden“ über eine Entscheidung hinsichtlich Gott haben. Bedenken wir, dass Jesus auch keinen „Frieden“ hatte, ans Kreuz zu gehen, aber wusste das es richtig war.

    • Was kann uns dabei helfen einen langfristigen Plan für unser Leben zu finden?

      • Finde die richtigen Leute, mit denen Gott dich zusammenstellt. Das ist wichtiger als die Aufgabe.

      • Hört auf Gott. Direkt und durch die Gemeinschaft von anderen.

      • Seit ganz praktisch. Wenn Gott sagt, werde ein Arzt, dann geh nicht auf die Bibelschule.

      • Was bin ich für ein Typ? Was bringe ich mit an Verletzungen, Gaben, Persönlichkeit usw? Wisse: Was du mit deinen Gaben aufbauen kannst, kannst du mit deinem Charakter zerstören.

      • Höre auf die Bedürfnisse deines Umfeldes, deiner Kultur.

    • Zu der Frage, wie kann ich alles unter einen Hut bringen und dabei mich und mein Christsein leben:

      • Radikal zu Dingen Nein sagen, gucken was ich eigentlich will und Zwischenschritte zu dem großen Ziel passen.

      • Zeiten der Zeit erkennen. Es gibt Zeiten schnell zu laufen und Zeiten stehen zu bleiben. Habe ich einen Sabbat? Zeit für mich, für Gott, für Sinnliches?

      • In Gemeinschaft leben. Nicht alles alleine machen.

    • Meine Berufung ist Jesus und nicht meine Kultur. Wir unterhalten uns oft über Formen, wollen das was wir persönlich schön finden. Das ist eine Konsumhaltung und wir müssen aufpassen nicht in eine Konsumtheologie zu kommen.

    • Wir brauchen große und kleine Gemeinden. Wir sollten so groß werden, dass wir die Ressourcen haben die wir brauchen.

    • Die 3 Kernwerte der 24/7 Bewegung:

    1. Treu zu Jesus stehen

      • Einübung in Gebet

      • Einübung in Kreativität
    2. Großherzig zu Menschen zu sein

      • Gastfreundschaft

      • Eigene Verpflichtung zu Gerechtigkeit und Gnade
    3. Das Evangelium zu den Völkern bringen

      • Lernen, wir sind ständig auf dem Weg

      • Evangelisation: Wir müssen über Jesus reden, ihn thematisieren, das Evangelium halt.

    4 Kommentare

    1. hey. cool deine mitschrift zu lesen. =) Den folgenden Punkt hatte ich mir aber anders notiert:

      - In vielen Gemeinden ist es so: Erst wird die Vision gesehen, darauf findet man sich zusammen und dann geht man der Aufgabe nach. Also Vision + Freundschaft = Aufgabe → Auftragsorientiert.

      Vision + Auftrag = Freundschaft → Auftragsorientiert. Vision und Auftrag als Basis, aus der Freundschaften entstehen (oder man denkt das es so sein müsste, und merkt, wenn das mit dem Auftrag nicht klappt, daß es keine wirklichen Freundschaften waren)
      Freundschaft + Vision = Auftrag
      Wenn Freundschaft die Basis ist funktioniert der Zusammenhalt auch wenn es Probleme mit dem Auftrag gibt und man Wüstenzeiten überstehen muss.

      Fand das einen sehr spannenden Gedanken. Weil man in Gemeinden ja tatsächlich meistens andersrum denkt. Und es eigentlich irgendwie ja logischer ist, daß aus Freundschaften herraus vielleicht tragfähigere Visionen entstehen. Weil es verbindlicher ist und man nicht so schnell auf einmal allein dasteht.

    2. Ja, so wollte ich das damit ausdrücken. Danke für dein Feedback. Ich werde deine Erklärung einfügen ;)

    3. Fährst du auf das Treffen in Berlin?

    4. Ich würde sehr gern kommen, aber leider muss ich da arbeiten. Und Urlaub bekomme ich nur, in den Schulferien…
      doof…


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