

Ich sah mir vor kurzem eine Dokumentation über die Katakomben von Rom an. Hier zeigen sich Wandmalereien die fast 2000 Jahre alt sind, die also von den Anfängen des Christentums in Rom zeugen. Interessant fand ich das Bild von Jesus. Wir sind heute oft einen Mann mit langen braunen Haaren, normaler bis magerer Körperbau und natürlich hängend am Kreuz gewöhnt, also leidend. Das hat natürlich auch Auswirkung auf unser Bild von Jesus und damit unseren Glauben an ihn.
Untersuchungen der Malereien aus den Katakomben zeigen uns ein anderes Bild Jesu das sich erst im Lauf der Geschichte ändert.
Den Ausschnitt der Doku kannst du HIER sehen (Dauer 2,47 Min).
In wie weit verändert uns dieses Bild über unseren Gott bzw.
den Gott “der Christen”?
Eine spannende Frage…
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Eigentlich ist es ja so, daß das jeweilige Jesus-”Bild”, die folgende Darstellung beeinflusst hat. Eine interessante Frage, ob und in wie weit frühchristliche Bilder das tradierte Jesusbild verändern können. Das hieße evtl. nämlich auch Glaubensvorstellungen aufzugeben, was freilich die wenigsten wollen.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß sich das Jesusbild in der frühchristlichen Geschichte, also schon in den ersten 2 – 3 Jahrhunderten dramatisch geändert hat. Schon Paulus hatte ein anderes Jesusbild als die Judenchristliche Gemeinde in Jerusalem und deren Apostel. Letztendlich hat sich Paulus mit seiner Privatoffenbarung vor den Augenzeugen durchgesetzt. Fakt ist, daß Jesu Leben und Wirken für Paulus nahezu keine Rolle mehr spielt um seine Theologie zu stützen. Nur eins war ihm wichtig, Jesus Tod. Fast ausschließlich beruft er sich dabei auf seine eigene innere Erleuchtung. Bei Paulus ist Jesus nicht mehr Subjekt, sondern Objekt seiner Lehre, nicht Jesus seine Lehre wird bei Paulus verkündet, sondern anders herum, Paulus Lehre über Jesus. Somit ist Jesus nicht mehr Urheber, sondern Gegenstand des neuen Glaubens.
Das Jesusbild hat sich geändert, und dementsprechend auch die Bilder, welche gemalt wurden. Ob es aber anders herum funktioniert, wird sich zeigen.
Der Christ von heute hält das Christentum in der Regel für etwas, daß es nie war: für die Lehre Jesus.
Oder wie ein mir bekannter Historiker mal gesagt hat: Wir leben in einem Paulinum und nicht in einem Christentum.
Also, back to the roots…wenn das überhaupt noch möglich ist
Den Unterschied zwischen dem Jesusbild bei Paulus und bei den Aposteln kann ich nicht wirklich sehen. Meinst du mit dem Jesusbild der Apostel das, was in den Evangelien steht oder die Briefe der Apostel (Petrusbrief, Johannesbrief)?
Also deine theologischen Themen kommen mit auf die Redeliste
Aber zu deinem Kommentar: “Das Jesusbild hat sich geändert, und dementsprechend auch die Bilder, welche gemalt wurden. Ob es aber anders herum funktioniert, wird sich zeigen.” Fällt mir die analphabetische Welt oder die Mission ein. Oft wurde das Christentum als “die Religion der Weißen” tituliert. Was natürlich viele inhaltliche Themen mit transportierte.
} Als Beispiel dafür, dass zuerst Bilder und danach erst Theologie usw. prägte.
So, führst du eine Redeliste…?
Ich beschäftige mich gerne mit Kirchengeschichte, weil mich das sehr anspricht. Gerade die frühchristliche Geschichte. Zumal mir durch mein Studium der alten Geschichte und klassischen Archäologie diese Zeit nicht fremd ist. So entfaltet sich mein theologisches Interesse im Schoße meiner ursprünglichen “Profession”.
[...] und Nähe am Urchristentum. Die Callistus oder auch Calixtus Katakomben, auf die in der Doku DIESES Eintrags schon einmal hingewiesen wurde, musste ich unbedingt [...]