Sex, gratis Playboy und “ficken” im Gottesdienst

Posted: 4 Mai 2010 in Gedanken zu Theologie & Bibel
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Ein Gottesdienst für “Kirchendistanzierte”. Das Thema: Sex! Wie soll das aussehen? Was ist in dem Thema überhaupt unsere Theologie & unsere persönliche Ansicht? Wie soll der Gottesdienst aussehen? Kreativ oder verkrampft? Anschaulich oder mahnend? Das GoSpecial Team aus Niederhöchstadt hat hier eine Art gefunden. Mein Fazit: Mutig uns super!

Es wurde versprochen, dass Kai (der Prediger, von wem auch immer) 50 Euro bekommen würde, wenn er das Wort “Ficken” irgendwo benutzen würde. Im Anschluss an den Gottesdienst bekam jeder Besucher eine Gratis Ausgabe des Playboys, der im Masseneinkauf nur noch 50 Cent das Stück gekostet hatte.

Hier die Predigt “Reges Verkehrsaufkommen” von meinem Mentor Kai Scheunemann aus der Andreasgemeinde Niederhöchstadt: Als Protokoll oder als MP3 . Das Video das dabei läuft kannst du hier sehen:

Feedback der Presse gibt es bei der Frankfurter Rundschau, von IDEA Spektrum und des lokalen Eschborner Stadtmagazins.

Natürlich blieben die Kritiken aus der christlichen Welt nicht aus. Kai Scheunemann nimmt dazu in einem OFFENEM BRIEF Stellung. Lesenswert! Auf der Facebook-Pinnwand von Mickey Wiese (ein Pastor aus Frankfurt) entbrannte schon eine Diskussion. Die könnt ihr HIER nachlesen.

Sex im Gottedienst? Hier 2 exemplarische Links, wie das Thema noch umgesetzt werden kann: Beispiel 1 und Beispiel 2.

Kommentare
  1. Jesus Punk sagt:

    Hey,

    ich hab mir die Predigt eben mal duchgelesen und muß sagen: WOW!
    Find das richtig gut, wie er das aufgebaut hat und die Bibelstellen paßen!
    Sex ist nen geiles Geschenk von Gott! Nur leider verkommt es zu ner schweinischen Sache und ich glaub, dass geht immer weiter und wird immer extremer.
    Schade, deshalb finde ich ne tolle Aktion – sie lockt Menschen in die Kirche, wenns um Sex geht sind sie alle da.

    Das Playboyhefte verteilt werden… hm darüber lässt sich streiten und ich finde, dass hätte man anders lösen können – wobei es nen guter Anreiz war für einige zum Gottesdienst zu gehen. IUnd wenn sie nicht das Heft bekommen hätten, dann wäre die nächste Versuchung am nächsten Kisok gekommen.

    Bin mir da gerade meiner Meinung nicht so sicher.

    Danke jedenfalls für reinstellen.

    Gruß
    Jesus Punk

  2. PhyshBourne sagt:

    Kann mich Jesus Punk nur anschließen…
    Okay, die Sache mit der Homosexualität kann man auch anders sehen, erst recht die Polygamie, und ob Playboy verteilen und DVD nun wirklich notwendig sind, ist auch hinterfragbar, ebenso finde ich einige anschließende Antworten für meinen Geschmack theologiege- und dogmenschichtlich höchst fragwürdig und auch zu libertinistisch – doch die Predigt selbst in der vorliegenden Form fand ich ausgezeichnet!

  3. jakob sagt:

    schlimm find ich welches frauenbild mit der playboy-aktion vermittelt wird. frauen sind immer bereit, immer geil…. natürlich hat es auch was ästhetisches (siehe hohelied), aber oftmals werden frauen nur auf sex reduziert…warum wurde denn kein playgirl verschenkt? für die frauen…sex sells…

    • Anne sagt:

      Naja, wir haben versucht, ein Frauen-Erotikmagazin zu bekommen (alley-cat.de) – wurde leider nix draus…aber es stimmt, es haben sich erstaunlich viele frauen einen playboy mitgenommen…im übrigen finde ich gute nacktfotos von frauen auch schön zum anschauen – aus rein ästhetischen gesichtspunkten. und beim playboy kann man wirklich davon ausgehen, dass die frauen es freiwiliig (und vermutlich sogar gerne machen) – im gegensatz zu prostitution. und: es gibt wirklich schlimmere medien (der klassische porno) was das problem frauenverachtende bilder angeht, da ist der playboy ziemlich akzeptabel wie ich finde…

  4. Fab$e sagt:

    Naja, der Vorschlag kam von einer Frau, aber ansonsten würde ich dir recht geben… Da ja am meisten Frauen den Playboy mitnahmen kann man auch fragen, warum?

  5. nadja sagt:

    Hab mir die Predigt angehört. Danke Anne:-)
    Mutige Predigt. Der Anfang echt cool, genau meine Ansicht, aber einige Meinungen schienen mir nicht genügend durchdacht.
    Auch seine Meinung zu Prostitution finde ich für einen Pastor schon sehr liberal.(“ist ja nicht so schlimm wenn du ner Frau für Sex Geld gibst”.) Ich persönlich bin total traurig und schockiert über das Leben der Prostituierten in der ganzen Welt. So hat sich Gott Sex bestimmt nicht gedacht. Da würde ich mich an seiner Stelle(also an Kais Stelle;-)) schon mal klarer positionieren.
    Aber die Hauptaussage seiner Predigt war ja, dass er das gerade nicht tut.
    Ok.
    Ist ja auch schwierig.:-)
    Ich hätte an seiner Stelle den Playboy nicht verteilt, nur weil er irgendwie etwas mit Sex zu tun hat. Das mischt einfach zu viele Themen auf, die er nicht angesprochen hat. Das führt zu Mißverständnissen.

  6. nadja sagt:

    ok, hab gerade nochmal den offenen Brief gelesen. Der ist einfach cool, der Typ!

  7. Alex sagt:

    Frag mich grade, z.B. bei der Antwort mit der Prostituierten, von welcher Bibelstelle er seine Antwort ableitet.

    1 Korinther 6,15-16
    Wißt ihr nicht, daß eure Leiber Glieder des Christus sind? Soll ich nun die Glieder des Christus nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! Oder wißt ihr nicht, daß, wer einer Hure anhängt, ein Leib mit ihr ist? »Denn es werden«, heißt es, »die zwei ein Fleisch sein.

    Hoffe ich bin jetzt mit einem Bibelzitat nicht zu “Un-Emergent”…

  8. Fab$e sagt:

    Hey
    Lass mich mal aus der Emergent-Ecke raus… diesen Maßstab gibts hier nicht :)

    Also erst mal finde ich der Text sagt nicht eindeutig was gegen Hurerei. Im Kontext dreht er sich um den Leib, die Gemeinde, um Speisevorschriften und er fängt sogar an mit dem Satz: “Alles ist mir erlaubt – aber nicht alles nützt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.” Aber ich denke schon, dass damals etwas gegen Prostitution gesagt wurde und der jüdische Hintergrund der Christen ihnen auch eine gewisse Sexual-Ethik (also gegen Sex außerhalb der Ehe) mitgab. Doch was heißt das heute und bei uns?

    Man kann die Bibel wörtlich nehmen und so auch das HEUTE deuten, dann hast du wahrscheinlich recht. Oder wir deuten die Bibel auf unseren Kontext und übertragen die Inhalte. Dann hat der Prediger vielleicht recht oder immer noch du :)

  9. Alex sagt:

    Ich bin auf keinen Fall jemand der alles, was in der Bibel steht wörtlich nimmt – ich habe noch 2 Arme und 2 Augen :-)

    Trotzdem denke ich, dass es sehr vieles gibt, das für jede Zeit und Unzeit gilt. Z.B der Missionsbefehl – Heilung, Befreiung, Totenauferweckung sowie natürlich auch Diakonische Hilfeleistung.

    Jetzt zitiere ich noch eine andere Stelle: 1 Korinther 6,15:
    15 Wisst ihr nicht, dass ihr zum Leib Christi gehört und dass damit auch euer Körper ein Teil seines Leibes ist? Soll ich denn nun, indem ich mich mit einer Prostituierten einlasse, Christus das wegnehmen, was einen Teil seines Leibes ausmacht, und es zu einem Teil ihres Leibes machen?12 Niemals!
    16 Überlegt doch einmal: Wer sich mit einer Prostituierten einlässt, wird mir ihr eins; sein Körper verbindet sich mit ihrem Körper.13 Es heißt ja in der Schrift: »Die zwei werden ein Leib sein.«
    17 Wer sich hingegen mit dem Herrn verbindet, wird eins mit ihm; sein Geist verbindet sich mit dem Geist des Herrn.14
    18 Lasst euch unter keinen Umständen zu sexueller Unmoral verleiten! Was immer ein Mensch für Sünden begehen mag – bei keiner Sünde versündigt er sich so unmittelbar an seinem eigenen Körper wie bei sexueller Unmoral.15
    19 Habt ihr denn vergessen, dass euer Körper ein16 Tempel des Heiligen Geistes ist? Der Geist, den Gott euch gegeben hat, wohnt in euch, und ihr gehört nicht mehr euch selbst.
    20 Gott17 hat euch als sein Eigentum erworben; denkt an den Preis, den er dafür gezahlt hat! Darum geht mit eurem Körper so um, dass es Gott Ehre macht!

    Mich würde stark interessieren, wie diese Wahrheit, auf die heutige Zeit übertragen, Ihren Sinn und Inhalt verlieren oder sich stark verändern kann? Einfach nur um das mal nachvollziehen zu können, was in den Gedanken von diesem Prediger vorgeht ;)

    Ich finde es toll, dass es Menschen gibt, die sich Gedanken dazu machen, wie wir die kirchenfernen erreichen, aber ich glaube es gibt andere Wege, als die Bibel zu relativieren!

    Liebe Grüße, Alex

  10. Fab$e sagt:

    Also letztlich musst du ihn für seine Gedanken selber fragen bzw. hast du schon seinen offenen Brief gelesen?

    Ich hatte es so verstanden, dass er dazu anregt – bevor man andere Ehen zerstört indem man mit einem Verheirateten ein Verhältnis anfängt – und man gerade keine Aussicht auf eine Beziehung hat – aber einem natürlich trotzdem der Druck steigt – man lieber in einen Puff gehen sollte, wo “gute” Arbeitsbedingungen (also z.B. keine Ausnutzung von Frauen, Freiwilligkeit, ausreichende Bezahlung etc.) herrschen. Nicht das er das jedem empfiehlt und er das Gut-heisst, aber bevor man schlimmeres tut, ist das besser. Jemand der so Bock auf Sex hat, dass er Kinder anfassen will, würde ich lieber raten in den Puff zu gehen, als das er Schlimmeres tut. Das hat für mich nichts mit Bibel relativieren zu tun, sondern biblische Inhalte nicht nur schwarz/weiß, sondern individuell zu sehen/auszulegen/anzuwenden.

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