Ein Berliner Street-Art Künstler greift das biblische Thema auf, indem Jesus von anderen Juden vorgeworfen wird, am Sabbat zu heilen. Damals war (wie heute) der Sabbat ein Ruhetag der mit vielen Gesetzen und Regeln belegt war. Orthodoxe Juden verrichten am Sabbat keine Tätigkeiten, die gemäß der Halacha als Arbeit definiert sind. Früher zu Jesu Zeit hieß das z.B. nur 1000 Schritte zu gehen, kein Essen zu machen (was heute teilweise Auswirkung hat, dass am Vortag das Essen für den nächsten gekocht wird) usw.
Die Bibelstelle dazu steht im Markusevangelium Kapitel 2, Verse 23-27:
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. (…) Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.
Mich beeindruckt, wie der Künstler uns als Gesellschaft vielleicht sogar im Nebeneffekt die Christen hinterfragt. Er scheint sich mit Jesus verbunden zu fühlen: Jesus war ein “Tabubrecher”, er setzte sich über die damaligen bürgerlichen Verbote, Erlaubnisse & Gesetze hinweg und heilte die Menschen. Sprayer setzen sich (teils) auch über bestehende bürgerlichen Verbote, Erlaubnisse & Gesetze hinweg… Wie das jetzt zu bewerten ist, sei hier mal egal. Aber mich stellt sich die Frage, wo wir als Christen unsere Gesellschaft hinterfragen müssen, vielleicht sogar gegen Gesetze aufbäumen müssen. Ein Gedanke schießt mir sofort durch den Kopf: Asylpolitik (siehe z.B. in meinem Artikel hier), Bekämpfung von Armut (Deutschland hält bisher z.B. die international verabredeten Milleniumsziele zur Armutsbekämpfung nicht ein) … ?
Schon Diedrich Bonhoeffer meinte dies 1933: Werden grundlegende Menschenrechte verletzt, so Bonhoeffer in einem Aufsatz im April 1933, hat ein bekennender Christ die Pflicht Widerstand zu leisten. Notfalls gelte es “nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen”.
Werden grundlegende Menschenrechte verletzt, so Bonhoeffer in einem Aufsatz im April 1933, hat ein bekennender Christ die Pflicht Widerstand zu leisten. Notfalls gelte es “nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen”.










Nice! Gibt es irgendwo mehr Bilder von diesem Bild oder eine Homepage von diesem Künstler? Guter Artikel, sehr wahr…Grüße
Leider nicht bei mir… Ich habe das Bild von einem Freund der in Berlin auf einer Street Art Ausstellung war… – Mehr weiß ich auch nicht darüber :-/